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 Betreff des Beitrags: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 29.03.2010 19:12:52 
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Bot-Jägerin mit Urbedürfnis ;)
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Auch ein Geist muss mal in die Stadt niemals schläft, erschrecken konnt ich da keinen aber ich hatte ein paar tolle Tage. Hier mein Bericht der etwas anderen Art:

Angefangen hat meine Tour damit das ich aus meinem verträumten hessischen 600 Seelen Dörflein erstmal nach Berlin musste um an den Flughafen zu kommen (konnten die nicht ab Frankfurt fliegen?) und meine Freundin einzusammeln die sollte schließlich die 6 Tage auf mich aufpassen.
Auf die freundliche Frage des Mannes meiner Freundin ob sie denn die Tiptabelle schon eingepackt hatte, stand ich erstmal wie ein Depp mitten in einem Hochhaus in Berlin und fragte was sie denn jetzt mit ner Tiptabelle will, wir fliegen morgen früh, welches Bundesliga spiel muss sie denn jetzt noch tippen?? OK, das war Fettnäpfchen nummer eins. Tip heisst auf englisch Trinkgeld und das muss man da ja überall mit drauf rechnen, bitte mindestens 15%. Hmmm, wo lern ich in den paar Stunden noch Prozentrechnung??

Nachdem man mir erstmal Panik gemacht hatte wie schlimm doch fliegen sei war mein erster Flug entspannender als jede Zugfahrt mit der Deutschen Bahn, nach 9,5 Std landeten wir auch in Newark und das Einreisebrimborium ging los. Nachdem ich endlich aus dem dusseligen Airport draussen war musste ich mir ne Zigarette gönnen und wär fast Kreislauftechnisch dabei umgefallen, nach 13 Stunden die erste Kippe tut echt weh. Mit dem Taxi ab nach Jersey City, der Fahrer musste uns natürlich auf die Freiheitsstatue aufmerksam machen, als hätt ich das Ding nicht schon gesehen (aber klein is die Lady). Im Hotel erstmal mit nem warmen Keks begrüßt worden und schon musst ich an den ein oder anderen ETSler denken :)
Meine innere Uhr sagte mir es geht auf Abend zu, der Hotelwecker bestand darauf das es erst Mittag war. Scheiss Zeitverschiebung. Und warum macht die Klimaanlage so einen Krach? Egal erstmal auspacken und den Staub aus dem Gesicht kriegen. Und da waren sie schon meine ersten Probleme, wer noch nie in den Staaten war kann beim betrachten des Wasserhahnes schon mal Kopfaua kriegen, wo muss ich was machen das da jetzt Wasser raus kommt? Ob die komischen Hebel da links und rechts was mit zu tun haben? Bestimmt! Die Toilette auf Kinderhöhe ist für Hüftprothesenträger auch nicht wirklich der Idealfall, na egal, wird schon gehen.
Den ersten Tag haben wir also mit Erkundung der näheren Umgebung, einkaufen und auspacken verbracht. Eine meiner ersten Lektionen: in NY bleibt man als Fussgänger nicht an einer roten Ampel stehen, man geht einfach drauf los, hmmm ok, das is leicht das kann ich.
Schwieriger war es dem Ticketautomaten in der Pathstation eine Fahrkarte zu entlocken, zumal so ein dusseliger Asiate vor mir irgendwie die falschen Tasten gedrückt hatte, egal ich hab mich gefreut der hatte nämlich sein wechselgeld von 20 $ glatt vergessen mitzunehmen. Pech für ihn, glück für mich, aber wie erklär ich dem Automaten das ich kein chinesisch kann?
Nach meiner ersten U-Bahn fahrt steh ich also Mitten in Manhatten und seh nur Häuser, Autos und Menschen, aha. Der berühmte Kulturschock vor dem mich alle gewarnt haben blieb aus, Hochhaus is Hochhaus, egal wo es steht und für mich ist alles hoch was mehr als drei Etagen hat. Erster weg in Manhatten, Starbucks, wer mich kennt weiß das ich total Koffeinsüchtig bin. Aber einen einfachen Kaffee bekommen ist auch nicht so einfach, zumindest nicht bei Starbucks. Mit Milch, ohne Milch, mit geschäumter Milch, mit Caramel mit was weiß ich noch allem, klein, mittel, groß, verdammt ich will nen Kaffee mit ohne allem, einfach nur Kaffee, schwarz, heiß und groß! Für alle die ihren Kaffee auch so möchten: einfach einen American Coffee bestellen.
Einmal den Broadway runter bitte, bis zum Battery Park und aufs Wasser gucken: geiler Ausblick. Die Sonne war auch da und die Freiheitsstatuenimatatoren taten mir in ihren Kostümen reichlich leid. Nicht empfehlenswert: mit der Fähre zur freiheitsstatue fahren, es sei denn man steht auf 2 Sicherheitscheck-durchläufe und darauf mit 300 anderen wie ne Sardine gepresst auf ner Fähre zu stehen, wir haben es uns auch verkniffen, die Aussicht vom Land hat echt was und wer steht schon gerne 3 stunden an nur um auf einem Schiff durchgewackelt zu werden und letztendlich doch nix zu sehen?!
Irritierend waren für mich die vielen grauen Eichhörnchen, bei uns sind die Viecher bekanntlich braun und putzig und bei weitem nicht so Menschenfreundlich.
Beeindruckt war ich wie böse Amerikanische Polizisten gucken wenn man die Börse fotografiert.

Sich die Brooklyn-Bridge mal von unten angucken hat auch was, ich überleg seitdem warum das Ding so gerostet und mit morschen Holzbrettern versehen überhaupt noch steht, und hab beschlossen das ich da NIE drüber gehe oder fahre. Aber es erklärt warum man unter der Brücke nicht Hupen darf (strafe: 350$), die Amis haben Angst das das Ding jeden Moment einstürzt, jede Wette.

Besonders toll war für mich Greenwich Village, ein Viertel voller exoten, einer einfach wahnsinnig tollen Architektur und dem klassischen "sex and the city" feeling. Gänsehaut pur gab an der Ecke 7th Avenue und 11th Street. Tiles for America, ein Zaun über und über mit bemalten Kacheln in Gedenken an den 11. September. Die einzelnen Schildchen dann zu lesen geht wirklich unter die Haut, am Ground Zero wird man von menschen totgetrampelt und kriegt kein wirkliches Gefühl für die katastrophe die passiert ist, aber 5 minuten an diesem Zaun, unbeschreiblich, zumindest mir ging es so.
Wer Samstags in Greenwich ist kann den Markt noch mitnehmen, von frischem Obst über shirts und basecaps, allemmöglichen nippes und ausgefallenem essen bekommt ihr da alles, und wer da seinen Hunger nicht gestillt hat dem empfehle ich "Francesco's Pizzeria" in der 4th Street, ein kleiner Laden mit noch kleinerem Personal aber einer superschmeckenden Pizza. Aber vorisicht, vorher mal auf das Schild vor der Tür gucken, bei 2 bestellten stücken gibts nämlich ein drittes dazu und wer keinen großen Magen hat der kommt da echt ins Schwitzen.

Abends am Hudson langlaufen und die Skyline genießen muss auch einfach mal sein, und der Trumptower ist ehrlich gesagt doch schon beeindruckend. Das ganze mit nem leckeren Softeis in der Hand garniert und man fühlt sich gleich etwas heimisch.

Sonntag morgen, es wird Zeit für mich in die Kirche zu gehen, ja ich bin so brav. Während meine Freundin verzweifelt versucht die Richtige U-Bahn zum Central-Park zu finden, bin ich schon auf dem weg nach Harlem und genieße nur kurze Zeit später einen für mich völlig ungewohnten Gottesdienst mitten in der 127th Street. Auch als Nicht-Kirch-Gänger muss man mal einen Amerikanischen Gospelgottesdienst erlebt haben, am besten eben mitten in Harlem, die Leute sind wahnsinnig nett und Gäste sind gerne gesehen. Mit viel Gesang, geklatsche und der impornierenden "schrei-predigt" macht Kirche richtig laune. Ein paar komische Blicke gibt es schon wenn man als einzigste weiße in der Kirche sitzt, aber man wird mit viel geschumse, gedrücke und Gottes Segen wieder entlassen :)
Und nie in meinem Leben hab ich schrillendere Kleidung und ausgefallenere Hüte gesehen als in diesem Gottesdienst.
Auf dem Rückweg zur U-Bahn ist mir dann noch sowas wie ein Haarsalon begegnet, und das ende vom Lied war das ich zwischen ca 20 Marokkanisch sprechenden schwarzen Muttis auf nem Stuhl saß und mir Zöpfe flechten ließ (am ende sollten es dann 133 stk sein), Problem an der Sache war das benötigte Blonde Kunsthaar zu bekommen, ein gerenne von einem Karton zum nächsten nur auf der suche nach ein paar Haaren. Ich fands lustig. Die anfängliche Skepsis meiner Flechttante und ihren Kolleginnen wich am Ende ehrlichem erstaunen, denn irgendwie sah es wohl doch nicht so schlecht aus wie die guten gedacht haben. Aber nach fünfeinhalb stündigem Flechtmarathon (die war echt schnell), hatte ich dann fertig wie ich war nur noch sehnsucht nach nem Kaffee und ner Zigarette. Mittlerweile hab ich ne eingebaute Starbucksantenne, ich find den Laden echt immer und auf Anhieb. Irgendwann fragte man mich ob ich wüsste das ich in Harlem bin oder ob ich mich verlaufen habe und ob ich denn keine Angst hätte. Quatsch was bitte kann mir ein schwarzer Mann antun was ein weißer nicht kann. Mann ist Mann (jungs nehmts nicht persönlich aber is so).
Und so schlimm find ich Harlem nich, ich hab ich mich in Berlin am Ostbahnhof echt schlimmer gefühlt. Da hat ich nämlich wirklich Angst.

Das waren also so die wichtigsten Stationen auf meinem New York Trip, das ich meinen geliebten Gin-Tonic auch in New York an irgendwelchen bars trinke versteht sich ja von selbst, und mein Koffer ist auch voller wieder zurückgekommen als er hingeflogen ist. Bilder häng ich noch irgendwo hier unten hin, erwähnen möcht ich noch das ich um in den Flieger nach Hause zu kommen erst noch Strippen musste, mein Prothesenpass war denen nicht genug, die haben wohl gedacht das meine künstliche Hüfte eine Bombe is. Und für was die meinen BH gehalten haben will ich garnicht erst wissen, ich fand die Frage ob ich einen trage schon recht merkwürdig, oder glauben die das deutsche Frauen nicht von der Erdanziehungskraft betroffen sind?!
Witzig war die Stewardess auf dem Rückflug, die sah mich und fragte gleich: coffee? black?
Ich schein auf dem Hinflug einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 29.03.2010 20:40:19 
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Um mich hier mal dran zu hängen, New York ist eine Reise wert, allerdings mit der Einschränkung: ohne 3-jähriger Tochter im Schlepptau.


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Dateikommentar: Financel Distrik am Abend
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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 29.03.2010 20:46:24 
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Und hier ein paar Eindrücke aus Greenwich Village


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 29.03.2010 20:48:08 
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danke grosse fürs hochladen, bei mir gings ja nich, jetzt wisst ihr auch wen ich mitgenommen hab um für mich den babysitter zu spielen, es fehlt das bild am flughafen mit kaffee in der hand und neuer frisur :)

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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 29.03.2010 20:52:56 
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Kein Problem, hier ist es:


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 20.04.2010 18:15:57 
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Gibts auch Bilder von der Frau OHNE Kaffee? Ist ja schlimm diese Sucht :roll:


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 08.06.2010 06:03:20 
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Gummi hat geschrieben:
Gibts auch Bilder von der Frau OHNE Kaffee? Ist ja schlimm diese Sucht :roll:

Aber sicher, nur sind die auf dem anderen PC und der it z.Zt. belegt.... Später vielleicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 01.07.2010 22:01:23 
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vor allem da ist man mal in NY und wo kommt der kaffee her? ... von mc´s :roll: kannste auch hier haben :mrgreen:


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 Betreff des Beitrags: Re: Ein Geist spukt durch New York
BeitragVerfasst: 04.07.2010 01:15:33 
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hey das war am flughafen nach dem ganzen sicherheitsbrimborium, da gabs nur noch macs kaffee.....!

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